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Le 03 Août 2016

Wie du dein Seil zum Klettern und für Bergsportaktivitäten wähltst

Für Redacción Barrabes - 0
Lerne die verschiednen Typen an Kletter- und Bergsportseilen kennen sowie die gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen, welche ihren Gebrauch regeln.

Wie bei allem Sicherheitsmaterial der Fall wird der richtige Gebrauch der Seile durch eine entsprechende Zertifizierung an den selbigen gekennzeichnet. Und dies zu verstehen ist grundlegend bei der Wahl eines Seiles für die Berge, zum Alpinismus, Klettern, Canyoning, Höhlenforschung oder jede andere Bergsportaktivität.

Jedes Seilmodell muss eine sehr strenge, gesetzliche Sicherheitsnorm erfüllen, um verkauft werden zu können, welche dem Nutzer nicht nur Bruchlast und Leistungsmerkmale garantiert, sondern auch sehr klar den angemessenen Gebrauch des Seiles angibt. Je nach Typ der Kletterei, Routenverlauf und eingesetzter Logistik, benötigen wir entweder das eine oder das andere Seil (Einfachseil, Halbseil oder Zwillingsseil, etc.). Wir wählen ein zertifiziertes Seil für den jeweiligen Einsatzbereich, in welchem wir das Seil brauchen. Und wir benutzen beispielsweise nie ein Einfachseil, welches ausschließlich als Halbseil zertifiziert ist, oder jedwede andere Kombination.

UIAA 101, EN 892:2012, EN 1891


Die Standards für Qualität und Benutzung von Kletterseilen sind durch die Normen UIAA 101 und EN 892:2012 (Beide für dynamische Seile) und EN1981 (für statische Seile) festgelegt.

Die Normen der Union internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA) sind der einzige Standard der international anerkannt wird, und stimmt mit den gesetzlichen Richtlinien überein, die im Fall des Kletterns durch die europäische Norm EN 892:2012 geregelt sind.

Traditionsgemäß entwickelt die UIAA (Internationale Vereinigung verschiedener Alpinistenverbände) zusammen mit den an die Sicherheitskommission angeschlossenen Herstellern (die große Mehrheit, um nicht zu sagen alle Wichtigen) die Normen und Tests, die Kletterseile erfüllen müssen.

Die europäischen Normen wurden auf Basis der UIAA Normen entwickelt, die lange Zeit die einzigen waren. Normalerweise haben daher Seile, die in Europa verkauft werden, zwei Zertifikate, eines der UIAA und eines der UE.

Die Normen sind sehr streng, und alle Seile müssen eine Reihe von Tests durchlaufen, die die Qualität des Materials garantieren. Später kommt es natürlich auf den Gebrauch an, den der Endnutzer ausübt. Aber auch hier gibt es einige Normen, die die Seile erfüllen müssen, wie wir bei der Behandlung der Norm der Sturzzahl sehen werden.

Da die europäischen Normen sehr Komplex sind, hat die UIAA eine benutzerfreundliche (“in a user-friendly way”) Version der EN 892:2012 herausgebracht, die man konsultieren kann.

Dort kann man anhand von Grafiken und Text die Testbedingungen der Seile nachvollziehen.
Wenn wir einmal den möglichen Gebrauch des Seils kennen, kommt der Rest der Variablen zum Tragen, die dann der Kletterer gemäß der jeweiligen Umstände wählt: verschiedene Durchmesser innerhalb der Zertifizierung, Wasser abweisende Behandlung, Behandlung zur Verringerung von Seilrissen über Kanten, etc., sowie das Verhältnis der Seile zu den verschiedenen Sicherheitsgeräten, die es auf dem Markt gibt.

In diesem Artikel versuchen wir, die Eigenschaften der Seile und ihre unterschiedlichen Einsatzbereiche zu klären. Und da der einzig mögliche Gebrauch durch das Zertifizierungsetikett gekennzeichnet ist, erläutern wir in dem beigefügten Schriftfeld, wie die europäische und internationale Norm diesbezüglich aussieht.

Am Ende des Artikels erklären wir im Anhang einen Großteil der angewendeten Parameter, um die Seile zu zertifizieren, wie Sturzfaktor, Fangstoß, Anzahl der Normstürze. Wir empfehlen, diesen Appendix zu lesen, nicht nur als Verständnishilfe für die Funktionsweise und den Auswahlgrund jedes Seiltyps, sondern auch weil diese Parameter eine direkte Anwendung beim richtigen Sichern finden, wodurch ernste Probleme vermieden werden.

Es ist logisch: Die Normen garantieren, dass grundlegende Sicherheitsaspekte, die ein Bergsportler von einem Seil erwartet, sichergestellt sind. Daher simulieren die Tests den Gebrauch. Außerdem lernt man dabei sehr interessante Dinge, wenn man gewisse Konzepte kennt, da sie uns zeigen, wie man ein Seil beim Sichern oder Abseilen, etc. benutzen sollte. Nehmen wir zum Beispiel den Sturzfaktor: Keinem Kletterer sollten Kenntnisse über diesen Begriff fehlen, denn auf einfache Weise lernt man, wie man sichern muss, und was dabei tunlichst zu vermeiden ist.

KLETTERSEILTYPEN
Da wir nun wissen, dass die Sicherheit der zum Verkauf vorgesehenen Seile durch strenge europäische Normen, die über den Herstellern selbst stehen, garantiert wird, gehen wir jetzt zum zweiten Teil. In diesem betrachten wir den Gebrauch, für welchen diese Normen die Seile zertifizieren. Die erste große Unterteilung wird zwischen dynamischen Seilen auf der einen Seite und halbstatischen und statischen Seilen auf der anderen Seite vorgenommen.

DYNAMISCHE SEILE
Diese Seile werden zum Sichern beim Klettern und Alpinismus verwendet. Ihre hohe Prozentzahl bezüglich der Seildehnung ist speziell dafür geschaffen, um von sich aus einen Sturz zu absorbieren und abzumildern. Sie richten sich nach der Norm EN 892:2012.

Es handelt sich hier um klassische Seile für den Bergsport und zum Klettern und sie können Einfachseile, Halbseile oder Zwillingsseile sein.

Wichtig ist, nochmals hervorzuheben, dass jedes Seil nur dafür verwendet werden kann, wofür es zertifiziert wurde. Je nach Art der Kletterei, des Routenverlaufs und der angewendeten Logistik brauchen wir entweder den einen oder den anderen Seiltyp (Einfach,- Halb,- oder Zwillingsseil). Und wir dürfen niemals Sicherungstechniken, die für jeden dieser Seiltypen charakteristisch ist, für ein anderes Seil anwenden (z. B. Sichern mit Halbseil oder Zwillingsseil mit einem Einfachseil, oder jede andere Kombination).

Nachdem wir dies nun festgehalten haben, muss man allerdings beachten, dass es immer mehr Modelle auf dem Markt gibt, welche zwei der Zertifizierungen erfüllen, oder sogar drei.

Es gibt 3 zertifizierte Typen:

  • Seile für den Gebrauch als Einfachseil (1)
    Ihr Einsatz ist sehr beliebt, vor allem auf Sportkletterrouten oder Routen an der Wand. Ein Einfachseil ist stets leicht in die Zwischensicherungen einzuhängen. Auf Sportkletterrouten lassen sie sich unkompliziert anwenden, wir steigen hoch, indem wir das Seil einfach durch die Zwischensicherungen ziehen, welche möglichst vertikal in einer Linie verlaufen sollten, bis wir zum Umlenker kommen, von welchem aus wir uns bis zum Boden abseilen.

    Diese Art der Seile ist mit der Nummer 1 innerhalb eines Kreises gekennzeichnet.

    Die dynamischen Seile sind jene, welche man zum Sichern beim Klettern, Alpinismus, etc. verwendet.
    Seine dynamische Dehnung (beim Sturz) muss während des ersten Normsturzes 40 % betragen, bei einem Gewicht von 80 kg und seine Mantelverschiebung muss sich dabei unterhalb von 20 mm befinden und der Prozentsatz des Kerns der selbigen muss oberhalb von 50 % liegen. Sein maximaler Fangstoß beträgt 12 kN bei einem Sturzfaktor von 1,77 mit 80 kg, und seine statische Seildehnung beträgt maximal 10 %.

    Es ist sehr wichtig, dass die Seilmitte markiert ist, um schnell zu erkennen, an welchem Punkt das Seil gedoppelt und im Umlenker positioniert werden muss, damit abgeseilt werden kann.

    Seil mit markierter Seilmitte.
    Sie können mit Dry-Behandlung, oder mit einer Behandlung zur Verringerung von Seilrissen über Kanten entweder ausgerüstet sein, oder nicht. Das ist vom Gebrauch abhängig. Es gibt Leute, welche sie in Zonen mit sehr warmem Gestein anwenden, und werden daher keine Wasser abweisende Behandlung brauchen; und jene, welche in Regionen ohne scharfkantige Reibung klettern, oder aufgrund ihres Könnensniveaus üblicherweise auf Routen mit Überhang klettern, werden keine Behandlung zur Verringerung von Seilrissen über Kanten benötigen, etc.

    Teile eines Seils


    Ein Kletterseil besteht aus zwei Teilen: Mantel und Kern

    • Kern: Der Kern ist das Herz jedes Kletterseils und liegt unsichtbar unter dem Mantel. Der Kern ist aus einer Vielzahl von Flechtfäden gewebt und trägt zwischen 70 % und 85 % der Bruchlast eines Seils. Die Art der Flechtung bestimmt auch die Dynamik des Seils: Parallele Flechtfäden für halbstatische Seile und verflochtene Flechtfäden für dynamische Seile.

    • Mantel: Der Mantel ist der äußere, sichtbare Teil eines Seils und schützt den Kern des Seils vor Abrieb, Durchscheuern und Witterungseinflüssen Der Mantel trägt zwischen 15 % und 30 % der Bruchlast.
    Je größer der Durchmesser ist, um so größer die Sicherheit, aber dann ist auch das Gewicht höher und die Handhabbarkeit schwieriger. Heutzutage gibt es zertifizierte Seile, welche Einfachseile mit sehr geringem Durchmesser sind, aber jeder Einzelne muss dabei herausfinden, welches Gewichts-Sicherheits-Haltbarkeits-Verhältnis für die eigenen Bedürfnisse erforderlich ist. Jene, deren Gewicht über 80 kg liegt, sollten vorsichtshalber davon absehen, das dünnste Seil zu verwenden, denn seine Haltbarkeit wird sehr kurz sein, wenn es zu Stürzen kommt.

    In diesem Zusammenhang muss man auch einen anderen Faktor in Betracht ziehen: Der gewählte zertifizierte Seildurchmesser muss mit den Durchmesserangaben des Sicherungsgerätes kompatibel sein.

    Wenn du hier klickst, kannst du die ganze Auswahl von Barrabes an dynamischen Seilen für den Gebrauch als Einfachseile sehen.
  • Seile für den Gebrauch als Halbseil (1/2)
    Dies sind die am häufigsten eingesetzten Seile im Alpinismus. Bei diesem System muss man stets zwei Seile zum Sichern verwenden, und beide müssen für Halbseilgebrauch zertifiziert sein.

    Sie werden mit der Nummer 1/2 in einem Kreis gekennzeichnet.

    Sie sind von geringerem Durchmesser als die Einfachseile, und um mit ihnen zu klettern, hängen wir abwechselnd die Seile in die Sicherungspunkte: in einen Sicherungspunkt clippen wir das eine Seil und in den folgenden Sicherungspunkt das andere. Dies erlaubt uns nicht nur mit zwei Seilen aufzusteigen (wenn eines der Seile bei einer Alpinroute über scharfen Kanten, etc. reißt, haben wir eine anderes zum Absteigen), sondern wir können auch die ganze Länge zum Absteigen nutzen, indem wir die Seile zusammenknoten (beim Einfachseil gebrauchen wir die Hälfte der Länge, indem wir das Seil doppeln.)

    Außerdem ist sein geringerer Fangstoß grundlegend bei Bergrouten mit zweifelhaften Sicherungspunkten, welche bei einem höheren Fangstoß aus ihrer Position gezogen werden könnten. Ein anderer großer Vorteil ist, dass die Halbseile getrennt durch die Zwischensicherungen geführt werden können, auf Routen mit vielen Quergängen oder mit Sicherungspunkten, welche sich nicht auf der gleichen Linie befinden – wie dies beim Alpinismus häufig vorkommt -, wo nämlich ein Einfachseil im Zickzack verlaufen würde.

    Halbseile zum Klettern an der Wand; vermeiden den zickzackförmigen Verlauf des Seils.
    Diese Seile sind die einzigen, welche eine 3er-Seilschaft mit einer gleichzeitigen Sicherung zweier Nachsteiger erlauben.

    INFORMATION ÜBER DAS SEIL

    CE: Erfüllt die europäische Norm
    0120: Identifikationsnummer der Agentur, die das Seil Zertifiziert hat.
    A 10.5: Typ A, Durchmesser 10.5
    CHARGENNUMMER: Die letzten zwei Ziffern sind das Herstellungsjahr.
    EN1891: Norm, die das Kletterseil erfüllt.
    UIAA: Entspricht den Anforderungen der Union Internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA).

    Praktisch alle Halbseile, aufgrund ihres Gebrauchs in den Bergen, verfügen über Dry-Behandlung und Behandlung zur Verringerung von Seilrissen über Kanten.

    Die Farbe ist bei dieser Art Seil wichtig: Es ist sehr empfehlenswert, dass beide Seile von verschiedener Farbe sind, um stets zu wissen, mit welchem Seil wir gerade arbeiten.

    Wenn du hier klickst, kannst du dir die Barrabes-Auswahl von Halbseilen ansehen.
  • Zwillingsseile
    Die Zwillingsseile sind von den drei Seiltypen jene mit dem geringsten Durchmesser. Man muss immer zwei Seile zum Absichern benutzen, aber in diesem Fall und im Unterschied zum Halbseil, werden beide gleichzeitig durch alle Sicherungspunkte geclippt.

    Sie werden mit zwei ineinander gewunden Ringen gekennzeichnet.

    Wir könnten ihren Gebrauch einfach erklären, indem wir sagen, dass es Seile sind, welche man nutzt, wenn es für uns bequemer wäre, mit Einfachseil statt mit Halbseil zu sichern, aber da wir uns in den Bergen befinden, benötigen wir zwei Seile. Letzteres, um sowohl zu garantieren, dass wir ein weiteres Seil haben, wenn eines beschädigt wurde, als auch, um einen Abstieg vorzunehmen, indem wir beide Seile miteinander verbinden und so die vollständige Seillänge nutzen.

    Ihre niedrige Bruchlast beim Nutzen als Einfachseil lässt keine Verwendung der gleichzeitigen Sicherung zweier Nachsteiger zu. Bei falschem Einsatz auf diese Weise wird vom Hersteller keine Garantie übernommen.

    Wenn du hier klickst, kannst du dir die Barrabes-Auswahl von Zwillingsseilen ansehen.

Zwillingsseile
HALBSTATISCHE SEILE
Ihre Prozentzahl der Dehnung darf nicht höher als 5 % sein. Sie sind praktisch statisch, was ihren Einsatz bei der Sicherung und bei der Positionierung bei Höhenarbeiten, etc. zulässt, aber diese kleine Dehnungsprozentzahl erlaubt es, dass sich die Bruchlast sehr erhöht im Falle eines Zerrens oder eines kleinen Rucks, etc. Gemäß der Norm besitzen sie zwischen 9 mm und 16 mm Durchmesser.

Man benutzt sie nicht zum Klettern oder Sichern, sondern als Fixseile, welche beispielsweise bei Expeditionen, als Seile in der Höhlenforschung oder beim Canyoning, etc. eingesetzt werden. Sie befinden sich unter der Sicherheitsnorm EN 1891.

Halbstatisches Seil fürs Canyoning
Stellen wir uns ein Fixseil vor, das wir benutzen, um eine Steigung hinaufzugelangen, und dass dieses Seil aus Gummi wäre; dann wäre es fast unmöglich nach oben zu kommen, da sich so ein Seil mit unseren Bewegungen dehnen und zusammenziehen würde und dabei einen Jo-Jo-Effekt hervorrufen würde.

Dieses Fehlen an Dynamik und Dehnung erreicht, dass halbstatische Seile sich eignen als Halte-und Befestigungshilfen beim Vorwärtskommen in den Bergen, beim Abstieg, Lastenhochziehen, zur Positionierung, etc. ..., aber sie dienen nicht zum Sichern beim Klettern im Vorstieg, denn im Falle eines Sturzes wäre die Abbremswirkung auf den Kletterer sehr unsanft und plötzlich, bis zu dem Punkt, dass es zu schweren Verletzungen an Rücken und anderen Bereichen kommen kann. Und diesem selben schroffen Ruck wäre auch das Seil ausgesetzt, welches aufgrund seiner fehlenden Stoßabdämpfung reißen könnte.

Seilbehandlungen


Die wichtigsten zwei Seilbehandlungen (oder Veredelungen) sind die Scharfkantenfestigkeit und Dry (wasserabweisend).

Die Scharfkantenfestigkeit ist eine Kombination aus Flechtmethode und chemischer Behandlung, die beide den Abrieb des Mantels an Kanten reduzieren. Dies ist besonderes beim Alpinismus erforderlich aber beim Sportklettern hängt das mehr von der Kletterroute und den persönlichen Vorlieben ab. Seile ohne diese Behandlung sind geschmeidiger und besser handzuhaben, reißen aber auch etwas einfacher.

Diese Scharfkantenprüfung ist nicht obligatorisch. Wenn ein Hersteller ein Seil als "scharfkantenfest" anbieten möchte, dann muss er es nach dieser UIAA-Norm prüfen lassen. Besteht es die Prüfung, kann er dieses Seil als "scharfkantenfest nach UIAA-Norm" anbieten, wobei die Bezeichnung "scharfkantenfest" nicht den Kern der Sache trifft. Diese Seile sind nur "scharfkantenfester" als andere Seile, die diese Prüfung nicht bestehen.

Gerade bei der Seilimprägnierung hat die UIAA in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Seit 2014 gibt es nun eine Norm der UIAA für “Water Repellent” wasserabweisende Seile. Vorher verkauften zwar viele Seilhersteller Seile, die angeblich Wasserfest waren, aber da kein einheitlicher Standard existierte, wusste niemand so genau, ob und wie wasserfest diese Seile waren.

Die Seile werden heute in unabhängigen Prüfstellen wie folgt getestet:

  • Das Seil wird einem externen Abnutzungsprozess unterzogen, der einigen Tagen intensiver Nutzung entspricht.
  • Danach wird das Seil für 15 Minuten nass gemacht, wobei bestimmten Testvorgaben befolgt werden.
  • Das aufgenommene Wasser darf 5% des Seilgewichts nicht überschreiten.
  • Seile, die diesen Test bestehen dürfen sich “Water Repellent” nach UIAA Norm nennen.
Um sich ein besseres Bild von der Wichtigkeit dieser Norm zu machen sollte man wissen, dass nach neuesten Tests der UIAA Seile ohne diese Behandlung bis zu 50 % ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen können. Viele Seile die sich vor Einführung dieser Norm schon wasserfest nannten, die sogenanten Clasic Dry Seile, nahmen immer noch zwischen 20 % und 30% ihres Gewichts an Wasser auf, im Gegensatz zu den 5 % der UIAA Norm.
Es gibt 4 Typen:

  • Typ A:
    Das sind die Widerstandsfähigsten, und sie werden von Profis, bei Rettungen, großen Gruppen und nicht saisonaler Ausrüstung, etc. eingesetzt.

    Sie müssen mindestens 22 kN mittels Traktion bis zum statischen Reißen standhalten, 15 kN mit einem Achterknoten, und 5 aufeinanderfolgende Stürze bei 100 kg von einer Distanz, welche der Seillänge entspricht.

    Wir können als Beispiel die Seile Club 10mm von Petzl, Dana 10mm von Kordas anführen, oder das ultraleichte Fina Titan System ebenfalls von Kordas mit einem Durchmesser von nur 9,5 mm.
  • Typ B:
    Bietet Sicherheitsspielräume, welche reduzierter, aber wichtig sind. Werden hauptsächlich eingesetzt bei der Höhlenforschung durch kleine Gruppen, bei Canyoning, Big Wall, Hochgebirge, etc.

    Sie müssen mindestens 18 kN mittels Traktion bis zum statischen Reißen standhalten, 12 kN bei einem Achterknoten, und 5 aufeinanderfolgende Stürze bei 80 kg bei einer Distanz, welche der Seillänge entspricht.

    Die Seile Dana 9mm von Kordas, Push von Petzl, Aqua’tech 9mm von Beal sind hervorragende Modelle dieses Typs Seil.
  • Typ C:
    Sie erfüllen die Norm NICHT! Wir verkaufen diesen Typ Seil nicht, aber weisen auf ihn hin. Dieser Seiltyp wird aus Polypropylen hergestellt und er kam in Mode, weil er auf Wasser treibt, was die Canyoning-Sportler freute. Aber bald sah man, dass es Probleme gab: durch die Reibung beim trockenen Abseilen, etc., erhitzt es sich und könnte kaputt gehen/reißen. Darüber hinaus, obwohl es bei vielen Wassergruben gut ist, wenn das Seil an der Oberfläche schwimmt, kann es an Stellen mit Wasserbewegung ein Verknäulen und Unfälle verursachen.
  • Typ L:
    Auch dieser Typ gehört NICHT zu den zertifizierten Seilen. Sie sind sehr leicht und man nutzt sie bei der Höhlenforschung. Die Speläologen mit dem höchsten Expertenwissen haben sie unter ganz konkreten Bedingungen verwendet. Wenn man nicht weiß, ob man diese Art Seil einsetzen kann, oder nicht, bedeutet dies, dass man es unter keinen Umständen gebrauchen darf.

    Wenn du hier klickst, kannst du die gesamte Barrabes-Auswahl von halbstatischen Seilen sehen.
STATISCHE SEILE
Dies sind Seile, welche als Fixseile oder zum Lastenaufzug verwendet werden. Sie dürfen niemals zum Klettern oder zum Sichern eingesetzt werden. Sie unterliegen der Sicherheitsnorm EN 1891

Aber VORSICHT!!! Auch wenn die Bezeichnung “statisches Seil” allgemeinhin angewendet wird, um Seile zu definieren, welche als Halte- und Befestigungspunkte bei Auf- und Abstieg, für Positionierung bei Höhenarbeiten, Canyoning, Höhlenforschung etc. genutzt werden, verwendet man sie kaum in den Bergen, nicht einmal als PSA (Persönliche Sicherheitsausrüstung) bei Höhenarbeiten.

In den meisten Fällen, wo man von statischen Seilen spricht, meint man in Wirklichkeit halbstatische Seile.

Ein statisches Seil, gemäß der europäischen Norm, darf keine prozentuale Dehnung von über 3% haben. Das ist sehr wenig und aufgrund der Tatsache, dass sie leichter reißen können, zieht man ihren Gebrauch nicht in Betracht, sodass ihr Einsatz auf Situationen wie Seilrutschen in Abenteuerparks, etc. beschränkt ist.

ANHANG
EINIGE GEHEIMNISSE DER NORMEN, WELCHE UNS SEHR NÜTZLICH SEIN WERDEN
Wir haben gesehen, dass die Zertifizierung von Einfachseil, Halbseil und Zwillingsseil von einigen Faktoren wie Bruchlast, Dehnung, etc. abhängt, welche das Seil erfüllen muss. Sie sind äußerst wichtig und wir erklären sie hier, da sie auch als Sicherungselement dienen: wir werden so verstehen, warum bestimmte Praktiken beim Sichern oder auf dem Klettersteig unsere Unversehrtheit einem großen Risiko aussetzen.

  • Sturzfaktor:
    Verhältnis zwischen Sturzhöhe und Seillänge.

    Man teilt die Sturzmeter durch die ausgegebene Seillänge vom Sicherer zum Gesicherten in Metern. Die Maximalkennzahl kann beim Klettern bei 2 liegen, wenn wir über dem Standplatz ohne Zwischensicherung fallen (hätten wir 2 Meter ausgegebene Seillänge, würde unser Sturz 4 Meter betragen, woraus sich der Faktor 2 ergibt.) Es gibt für Kletterer und Seil keinen schlimmeren Sturz. Beide leiden sehr unter dem Stoß, genauso wie die Sicherungen.

    Daher ist es sehr wichtig, den ersten Sicherungspunkt immer vom Standplatz aus zu setzen. In dem Moment, wo wir diese Sicherung setzen, ist der Faktor immer unter 2, da sich die Sturzhöhe verringert. Und je mehr Seil wir haben, je mehr Höhenmeter geklettert wurden, und je mehr Sicherungen wir gesetzt haben, um so geringer ist der Sturzfaktor. Ein Beispiel: Wir sind 20 Meter geklettert und die letzte Sicherung befindet sich 3 Meter darunter. Der Sturzfaktor wäre 6 geteilt durch 20.

    Man muss mit in Betracht ziehen, dass, außer bei Faktor 2, der reale Sturzfaktor eventuell nicht unbedingt mit dem theoretischen übereinstimmt. Wenn wir im Zickzack klettern, kann es sein, dass das Seil durch den Winkel, welches es durch die Sicherung nimmt, blockiert wird. In diesem Fall muss man den realen Sturzfaktor mit der Seillänge berechnen, welche zwischen dieser Sicherung und dem Kletterer liegt. So als würde das Seil dort beginnen. Daher, und nicht nur durch die verursachte Schwierigkeit beim Durchlaufen des Seiles, ist es sehr wichtig Zickzack-Linien beim Setzen der Sicherungen zu vermeiden, andernfalls verringert sich durch den höheren Sturzfaktor unsere Sicherheit.



    Außerhalb des Kletterns gibt es sehr wohl einen über 2 liegenden Faktor, beispielsweise auf Klettersteigen. Stellen wir uns vor, dass jemand auf einem dieser Steige eine Treppe hinaufgeht und sich dabei an einem seitlichen Kabel sichert, wo sich das Verankerungs- und Stoppelement 5 Meter unterhalb befindet. Würde er 5 Meter fallen und die Länge der Selbstsicherung etwa 1 m betragen, würde ein aberwitziger Sturzfaktor zustande kommen. Das ist zermürbend und kann gravierende Verletzungen hervorrufen. Deshalb ist es auf Klettersteigen immer Pflicht, eine Selbstsicherung mit einem integriertem Fallstoßdämpfer zu verwenden.

  • Fangstoß:
    Das ist der Stoß oder die auf den Kletterer wirkende Last bei einem Sturz. Je höher der Sturzfaktor, um so höher der Fangstoß, wobei man aber viele andere Parameter hinzunehmen muss, da die Energie durch die gesamte Sicherungskette geleitet wird: Seil, Sicherungspunkte, die Sicherung des Nachsteigers in dynamischer Form einschließlich das Abheben des Sichernden vom Stand im Falle eines Vorsteigersturzes, Gewichtsverhältnis zwischen Sichernden und Vorsteiger, etc.

    Beim Abfangen eines Sturzes wird diese Energie durch die Seilverlängerung abgedämpft, durch den Sturzzug des Sicherers, durch den Körper des Kletterers… Die Energie überträgt sich in Form von Kraft auf die Sicherungskette. Das ist der Fangstoß. Für den Kletterer ist dies der Stoß, den er im Moment des Aufhalten des Sturzes erhält.

    Den Fangstoß misst man im Labor während genormter Versuche, bei denen man ein Metallgewicht verwendet.

  • Anzahl der Normstürze:
    Dies bedeutet nicht, dass über diese Zahl hinaus das Seil reißt, sondern es bezieht sich auf ein Zertifizierungsverfahren innerhalb eines genormten Versuchs. Um zertifiziert zu werden, muss es mindestens 5 Normstürze bei einem bestimmten Fangstoß aushalten. (Für Halb- und Einfachseil einsträngig getestet sind es 5 Normstürze und für Zwillingsseile doppelsträngig gestestet sind es 12 Normstürze.)
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